Geschichte
   
 

Eldagser Schuster besiegt Drachen
Die Sage um die Entstehung des Drakenbergs
und des Holzmühlenteichs


Wanderfreunde und ganze Familien zieht es derzeit, wieder hin-
aus in die Natur, wenn die Sonne den Sommer schon ankündigt.
Zu einem beliebten Ausflugsziel gehört seit altersher die alte Holz-
mühle im Osterwald. Dort drehte sich bis 1980 das hölzerne Was-
serrad der früheren Sägemüller. Um die idyllische Tallichtung mit
dem Teich an der Straße von Eldagsen nach Coppenbrügge, wo
bis zum ersten Weltkrieg das Sägewerk im Betrieb gewesen ist,
ranken sich Sagen und Geschichten. Bezogen auf den nahen
Drakenbergskopf, so heißt die Legende, soll einst auf der 345
Meter hohen und bewaldeten Anhöhe ein grausamer Drache ge-
haust haben. Er trieb dort sein Unwesen und stellte besonders
jungen Mädchen nach, die er verspeist haben soll. Der von zwei
Bächen eingegrenzte Ort sei von der Bevölkerung in der Umge-
bung aus diesem Grund gemieden worden. Zumal auch die
schwer bewaffneten Söldner des Calenberger Herzogs gegen
das flammenspeiende Ungeheuer nichts ausrichten konnten.

Schusterpech bringt Ungeheuer zur Strecke

Zumindest solange, bis eines Tages einem schlauen Eldagser
Schuhmachermeister die Idee gekommen war, dem übermen-
schlichen Fabeltier mit schwarzen Schusterpech den Garaus zu machen.

Er schickte seine Gesellen aus, von allen aus der Schustergilde die
zähflüssige Masse zu sammeln. Als dann der Drache wieder einmal
seine Behausung verließ, um in der Umgebung eine hübsche Maid
zu entführen, schlich sich der Schuster in die düstere Höhle. Er
schmierte das Ruhelager des Drachen mit der klebrigen Masse
tüchtig ein.

Wieder zurückgekehrt von seinem Beutezug, rekelte sich das men-
schenfeindliche Wesen genüsslich und nichts ahnend auf der Ruhe-
stätte. Darauf eingeschlafen und laut schnarchend dauerte es nicht
lange bis sich das Pech erwärmte und seinen gewaltigen Körper
bewegungsunfähig machte. Das aber war das Zeichen für den im
Hintergrund lauernden Schuhmacher, tapfer auf den Unhold ein-
zuschlagen. Dabei setzte sein heißer Atem die Höhle in Brand, so
dass er schließlich elendig zugrunde ging.

Die Nachricht hatte sich natürlich überall schnell herumgesprochen.
Von allen Seiten eilten die Bewohner herbei und füllten die Höhle mit
so viel Walderde, dass sie unter einem großen Hügel, dem heutigen
Drakenberg, gänzlich verschwand. Die große Kuhle, aus der sie ihr
Material holten, füllte sich im Laufe der Zeit mit Quellwasser und
wurde zum Holzmühlenteich.

So wird die volkstümliche Legende, die sich um Drakenberg und Holzmühlenteich rankt, noch immer gern erzählt.

   
   
Holzmühle 1 | 31832 Springe | Tel.: 0 50 44/12 37 | Fax: 0 50 44/ 48 25